Unter Phototherapie wird die Anwendung von UVB- oder UVA-Strahlung zur Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen verstanden. Sie stellt eine Alternative zu etablierten und zum Teil nebenwirkungsreichen Behandlungsformen dar. Das Sonnenlicht besteht aus verschiedenen Spektren, dem UVA (320-400 nm), dem UVB (280-320 nm) und dem UVC (<280 nm). Zur Therapie eigenen sich sowohl das UVA- als auch das UVB-Spektrum. Dabei wird der Ganzkörper oder in spezifischen Fällen nur eine Körperpartie – ähnlich einem herkömmlichen Solarium – während Sekunden bis maximal Minuten der Strahlung ausgesetzt. Hierzu verfügen wir über ein spezielles medizinisches Hochleistungsgerät, welches je nach Erkrankung über verschiedene Aktionsspektren verfügt.




Bade-Licht-Einheit
Die PUVA-Therapie (Psoralen und UVA) ist in der Behandlung von entzündlichen Dermatosen eine anerkannte und etablierte Therapieform. Der Wirkstoff Psoralen hat die Eigenschaft, dass der Patient nach dessen Einnahme für längere Zeit lichtempfindlicher ist. Neben der therapeutischen Wirkung hat diese Therapie jedoch den Nachteil, dass nach peroraler Aufnahme des Medikamentes eine prolongierte Lichtempfindlichkeit besteht mit der Gefahr von Netzhautschädigung und Verbrennungserscheinungen bei normaler Sonneneinstrahlung. Deswegen werden die Patienten vor jeder Therapie dem Augenarzt zur Kontrolle der Netzhaut zugeführt. Die Patienten sollten bei der ca. 4- bis 6-wöchigen Therapie eine Sonnenbrille tragen und aufmerksam längere Sonnenexpositionen meiden, was insbesondere in den Sommermonaten nicht immer einfach ist. Aus diesem Grund wurde eine lokale Psoralen-Therapie in Form eines Bades entwickelt (Bade-PUVA). Diese Therapieform ist der Wirkung der gängigen PUVA-Therapie in keiner Weise unterlegen, hat aber den Vorteil, dass die Psoralen-Wirkung nach ca. einer halben Stunde nicht mehr nachzuweisen ist. Somit sind die obgenannten Nebenwirkungen nicht zu verzeichnen, eine Kontrolle beim Augenarzt ist ebenfalls nicht nötig.

 

Neben dem erwähnten PUVA-Bad besteht aber auch die Möglichkeit für pflegende Medizinalbäder bei Xerosis cutis oder Neurodermitis. Ferner können parasitäre Erkrankungen wie bspw. die Scabies (Krätze) oder die Thrombidiose (u.a.m.) durch spezifische Medizinalbäder behandelt werden.

Die Praxis Methininserhof verfügt als einer der wenigen Anbieter in der Nordwestschweiz über eine derartige Einrichtung.

 

Abklärungen

Photo-Patch-Testung bei Verdacht auf phototoxische oder -allergische Reaktionen (Sonnenlicht ausgelöst)

Systemische Photoprovokation bei V.a. Medikamenten-bedingte Lichtreaktion

   

Behandlungen

UVB 311nm (Schmalspektrum) zur Therapie von entzündlichen Hauterkrankungen (wie bspw. Psoriasis vulgaris, Parapsoriasis en plaques, Pityriasis lichenoides, Lichen ruber, hepatischer oder renaler Pruritus, Prurigo simplex subacuta u.a.m.) sowie zur Prophylaxe bei der polymorphen Lichtdermatose (sog. „Lichtallergie“)

Kombinierte UVA/UVB-Therapie zur Behandlung bei Neurodermitis, Akne vulgaris oder seborrhoischen Dermatitis.

PUVA-Therapie zur Therapie verschiedenster entzündlicher Hauterkrankungen (bspw. Psoriasis vulgaris, kutanem T-Zell-Lymphom, Pityriasis rubra pilaris, aktinisches Retikuloid, u.a.m.)

Bade-PUVA-Therapie bei verschiedensten entzündlichen Hauterkrankungen (PUVA-Therapie) sowie bei der zirkumskripten Sklerodermie.